Maurice Cling - Kurzbiographie

Maurice Cling wurde im Sommer 1944 im Alter von 14 Jahren zusammen mit seinen Eltern und seinem älteren Bruder aus dem französischen Lager Drancy nach Auschwitz deportiert. Seine Familie wurde in Auschwitz ermordet. Am 16. Januar 1945 begannen die Todesmärsche von Auschwitz ins Innere Deutschlands. Nach tagelangem Fußmarsch und Transport in einem Viehwagen erreichte Maurice Cling das deutsche KZ Groß-Rosen in Polen und wurde später ins KZ Dachau deportiert.

Nach sechswöchigen Aufenthalt in Dachau wurde Maurice Cling am 26. April 1945 erneut Teil eines Zugtransportes über München, Wolfratshausen, Weilheim, Garmisch-Partenkirchen und erreichte am Ende Seefeld in Tirol. Bewacht von ungefähr 100 SS-Posten mussten die Häftlinge zu Fuß Richtung Elsthal marschieren, von wo aus sie wieder nach Seefeld zurückgebracht wurden. Von dort schleppten sich die Häftlinge nach Mittenwald. Am 1. Mai 1945 erlebte Maurice Cling in die Mittenwald die Befreiung durch amerikanische Truppen.

Maurice Cling war Vertreter der Féderation national des déportés etinternés résistants patriotes.

Maurice Cling war bereits 2005 im Rahmen der Proteste des AK Angreifbare Traditionspflege als Zeitzeuge bei einer Veranstaltung in Mittenwald. Auch für das Jahr 2009 hat seine Teilnahme zugesagt.

Die Erinnerungen von Maurice Cling sind im Jahr 1999 unter dem Titel „Vous qui entrez ici ... Un enfant à Auschwitz" beim Verlag Graphein, Paris, erschienen. Die deutsche Übersetzung der letzten drei Kapitel ist nachzulesen in: Dachauer Hefte Nr. 17/ 2001, S. 94-123.
„Wir müssen das erzählen!“; Dokumentarfilm von Daniel und Pascal Cling, Frankreich 2004, 52 Min., Erstausstrahlung ARTE France.