Presseerklärung und Bilder vom 30. Mai 2009 in Mittenwald | Denkmalsenthüllung, Zeitzeugenveranstaltung und Demonstration

Am Pfingstsamstag stellte der Arbeitskreis „Angreifbare Traditionspflege“ auf dem Bahnhofsvorplatz in Mittenwald ein Denkmal für die Opfer von Nazi-Verbrechen auf. An der Feierlichkeit nahmen über 200 Menschen aus verschieden Ländern teil.

Das Denkmal wurde in einem bewegenden Akt von Maurice Cling, Max Tzwangue, Marcella und Enzo de Negri enthüllt. Maurice Cling ist Auschwitzüberlebender, der nach dem Todesmarsch von Dachau von Alliierten in Mittenwald befreit wurde. Max Tzwangue war französischer Widerstandskämpfer. Marcella und Enzo de Negri sind die Kinder des auf der griechischen Insel Kephallonia von Gebirgsjägern ermordeten Hauptmann Cap. Francesco de Negri.

Enthüllung des Denkmals
Maurice Cling und Max Tzwangue enthüllen das Denkmal auf dem Bahnhofsplatz in Mittenwald

Das Denkmal stellt die Trauer über die unzähligen Toten des nationalsozialistischen Vernichtungskrieges in den Mittelpunkt. In der Glasvitrine auf der massiven Metallstele befinden sich Steine und Überbleibsel aus den Ruinen des von Gebirgsjägern am 27. Juni 1944 zerstörten italienischen Ortes Falzano di Cortona, die von der dortigen Gemeinde gestiftet wurden. Seit September vergangenen Jahres muss sich der ehemalige Offizier der Gebirgsjäger, Josef Scheungraber, für dieses
Verbrechen vor dem Landgericht München verantworten.

Die Vitrine trägt die Inschriften:

„In Trauer um die Opfer der Kriegsverbrechen, die im 2. Weltkrieg von Gebirgsjägern der deutschen Wehrmacht in ganz Europa begangen wurden.

In Gedenken an die unter Beteilung der Gebirgstruppe deportierten und ermordeten Jüdinnen und Juden.

In Erinnerung an den Todesmarsch aus dem KZ Dachau, der am 1. Mai 1945 in Mittenwald befreit wurde.

Der Gemeinde Mittenwald gestiftet am 30. Mai 2009 vom AK „Angreifbare Traditionspflege“.
Die verwendeten Steine stammen aus dem Ort Falzano di Cortona. Der Ort wurde am 27. Juni 1944 von deutschen Gebirgsjägern zerstört.

Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus.“

Denkmal Mittenwald

Denkmal Mittenwald

Nach der Denkmalsenthüllung fand eine Demonstration statt, bei der auf die Verbrechen der Gebirgsjäger aufmerksam gemacht wurde. Die Demonstranten forderten die Verurteilung der Täter und die Entschädigung der Opfer. Sprecher des AK Angreifbare Traditionspflege erhoben die Forderung nach Auflösung des Kameradenkreises der Gebirgstruppe.

Denkmal Mittenwald

Demonstration Mittenwald

Am Vormittag des 30. Mai 2009 fand eine Zeitzeugenveranstaltung mit Maurice Cling, Max Tzwangue sowie Marcella und Enzo De Negri statt (http://keine-ruhe.org/node/108 ).

Zeitzeugenveranstaltung Mittenwald

Zum Abschluss der Veranstaltung gaben Esther und Edna Bejarano (Coincidence) geinsam mit der HipHop-Band Microphone Mafia ein mitreißendes Konzert am Ort des neuen Denkmals.

Das Denkmal ist eine Schenkung des AK Angreifbare Traditionspflege, der seit sieben Jahren gegen die Traditionsfeier der Gebirgstruppe protestiert.