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Keine Ruhe für NS-Täter! Entschädigung der Opfer! Aufruf zur Kundgebung in Bad Harzburg am 16.8.2008
In Italien verurteilt... Der 93-jährige Michelsen machte bisher allerdings keinen Versuch, sich dieser Verantwortung zu stellen. Bis heute haben die Angehörigen der Opfer keine Entschuldigung erhalten - von Entschädigung ganz zu schweigen. Nein, der rüstige Rentner streitet ab, die Verbrechen begangen zu haben und verhöhnt die Forderungen der Nebenklage: „Wundervoll! Das kann man doch nicht ernst nehmen so was.“ (Zitat aus der Tageszeitung „Junge Welt“, 31.7.08) Wie kam es zu den Verfahren in Italien? 1994 entdeckte der römische Staatsanwalt Antonino Intelisano durch Zufall bei seinen Ermittlungen gegen den SS-Offizier Erich Priebke einen alten Schrank mit Akten. Dieser sogenannte Schrank der Schande enthielt hunderte von Akten, die Kriegsverbrechen von Wehrmachtssoldaten und SS-Angehörigen im 2. Weltkrieg dokumentieren. Die seit 30 Jahren ‚vergessenen‘ Akten wurden zu Ermittlungen an Militärgerichte weitergegeben. Seitdem wurde bei dem Militärgericht in La Spezia unter Hochdruck an der justiziellen Aufarbeitung dieser Massaker gearbeitet. 20 deutsche Kriegsverbrecher sind seitdem in La Spezia verurteilt worden. Fast alle zu lebenslanger Haft. Darunter die Verantwortlichen für die größten Massaker aus der Zeit der deutschen Besatzung in Italien. Im Juni 2005 fiel das Urteil für die Mörder von Sant Anna di Stazzema: Zehn ehemalige Soldaten der 16. SS-Panzergrenadierdivision erhielten lebenslange Haftstrafen, da sie sich an der Ermordung von 560 Zivilisten beteiligt hatten. Das Massaker von Marzabotto im Jahr 1944, bei dem 770 Menschen getötet wurden, verübten Angehörige der gleichen Militäreinheit. Zehn von ihnen wurden zu lebenslanger Haft und zur Zahlung von zehn Millionen Euro an die Hinterbliebenen der Opfer verurteilt. In der BRD verschleppt... Diese juristische und gesellschaftliche Nicht-Aufarbeitung hat Tradition in der BRD. Mit einem Schlussstrich soll der „historische Ballast“ abgeworfen werden. Auch nach 63 Jahren kann es keinen Schlussstrich geben! //Hier gibt es den Aufruf als PDF zum runterladen: |