Aktionen

Traditionsfeier beenden! Berichte vom Protest gegen das Soldaten-Treffen in Mittenwald

Am 3. und 4. Mai 2008 kamen in Mittenwald erneut alte und junge Kameraden der Gebirgsjägerdivision zusammen, um die mörderische Militär-Tradition zu feiern. In der Vergangenheit haben sich immer auch ausgewiesene NS-Kriegsverbrecher, wie der jetzt angeklagte Josef Scheungraber, an der Feier beteiligt. Statt wie im letzten Jahr 1.500 kamen diesmal lediglich 500 Wehrmachts- und Bundeswehrsoldaten mit ihren Angehörigen nach Mittenwald. Sie waren an den zwei Tagen mit Protesten konfrontiert, der kleine Ort selbst glich wieder einmal einer Polizeikaserne. Am Samstag demonstrierten rund 150 Menschen gegen das Treffen. Am Sonntag misslang den Brendten-GegnerInnen der Versuch, die Bergfeier durch den Wald zu erreichen. Nach einem ausserplanmäßigen Halt des Regionalzuges nach Mittenwald am Sonntag morgen versuchten 60 Menschen den Aufstieg zum Soldatentreffen. Auch wenn Ihnen nicht der vorzeitige Abbruch der Veranstaltung gelang, war angesichts der aufgeregten Polizeibewegungen und des überm Berg kreisenden Hubschraubers keine Traditionspflege mehr möglich.

Einige Berichte, Fotos und Pressemeldungen zu den Protesten finden sich bei Indymedia: http://de.indymedia.org/2008/05/215772.shtml

...geben wir ihnen den Rest! Gegen das Traditionstreffen der Gebirgsjäger in Mittenwald am 3. und 4. Mai 2008!

„Berg frei!“ werden wir am 3. und 4. Mai 2008 wieder alten und jungen Gebirgsjägern in Mittenwald entgegen rufen. „Berg frei!“ ist nicht als Gruß unter Wanderern gemeint, es heißt kurz und schlicht: „Haut ab! Nie wieder Gebirgsjäger in Mittenwald!“ Über 50 Jahre lang treffen sich jährlich zu Pfingsten einige tausend aktive und ehemalige Gebirgsjäger aus Bundeswehr und Wehrmacht. Dieses Jahr ist alles etwas anders, denn der Kameradenkreis musste das Gebirgstreffen auf Anfang Mai verlegen. Aufgrund der Proteste gegen die Mörder unterm Hakenkreuz blieben zu Pfingsten die Touristen im oberbayerischen Mittenwald aus.

Wir rufen auch in diesem Jahr wieder zu Protesten gegen das Traditionstreffen in Mittenwald auf. Kommt am 3. und 4. Mai 2008 und „Geben wir ihnen den Rest! Nie wieder Gebirgsjäger in Mittenwald!“


Aktuelle Infos zu den Protesten, Aufrufe und Berichte finden sich auf der Kampagnen-Seite:
http://mittenwald.blogsport.de/

Das Treffen des Kameradenkreises der Gebirgsjäger in Oberbayern ist das größte Soldatentreffen Deutschlands. Neben Abordnungen der Bundeswehr nehmen an dem Traditionstreffen auch revisionistische und faschistische Organisationen teil, u.a. die Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger.
Die Gebirgsjäger gedenken all derer, die sie als “Opfer” stilisieren, unter Anderem Angehörige der Wehrmacht oder der Mussolini treuen “Divisione Monterosa”, aber auch in Afghanistan gestorbener Bundeswehrsoldaten.
Mit von der Partie ist auch die bayerische Politprominenz. Im vergangenen Jahr hielt der parlamentarische Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Christian Schmidt, selbst Mitglied der CSU und des „Kameradenkreises der Gebirgsjäger“, die Festrede zum fünfzigsten Jubiläum des Kriegsdenkmals auf dem Hohen Brendten. 2008 wird voraussichtlich Minister Jung in Mittenwald erwartet. Unter den Gästen des Kameradenkreises tummeln sich stets zahlreiche Kriegsverbrecher, z.B. aus der 1. Gebirgsdivision, die für die Wehrmachtsmassaker in Kommeno und Kephallonia verantwortlich waren.

Berichte vom Aktionstag am 1. Dezember 2007

In zwölf Städten fanden zum Aktionstag am Samstag 1.12.2007 Kundgebungen und Aktionen gegen NS-Kriegsverbrecher statt.

Berichte und Fotos zu den Aktionen finden sich hier:

>>> http://keine-ruhe.org/taxonomy/term/22 <<<

Aufruf: http://keine-ruhe.org/aufruf07

Pressemitteilung: http://keine-ruhe.org/node/46

junge welt 3.12.07 // Mörder zu Hause aufgesucht

In Italien verurteilte NS-Verbrecher leben unbehelligt in Deutschland
Von Andreas Grünwald

Mit einem Aktionstag unter dem Motto »Die Mörder sind unter uns!« haben Antifa-Initiativen am Samstag darauf verwiesen, daß in Italien zu lebenslanger Haft verurteilte Kriegsverbrecher sowohl in Deutschland als auch in Österreich auf freiem Fuß leben. In zwölf Städten zogen die Antifaschisten vor die Wohnhäuser der ehemaligen SS- und Wehrmachtsoffiziere. Sie waren von italienischen Gerichten zu lebenslanger Haft verurteilt worden, weil sie im Jahre 1944 an Massakern in Marzabotto, Sant'Anna di Stazzema oder Civitella beteiligt waren. Die deutschen und österreichischen Justizbehörden weigern sich jedoch, die Mörder auszuliefern oder die Urteile zu vollstrecken.

Pressemitteilung zum Aktionstag am 1. Dezember 2007

Pressemitteilung

Überregionaler Aktionstag am Samstag, dem 1. Dezember 2007
Opfer entschädigen – NS-Kriegsverbrecher zur Verantwortung ziehen!

Antifaschistische Initiativen aus dem gesamten Bundesgebiet und aus Österreich rufen am 1. Dezember 2007 zu einem Aktionstag gegen verurteilte Kriegsverbrecher auf. Diese waren an Massakern an der italienischen Zivilbevölkerung in Marzabotto, Sant’ Anna di Stazzema und Civitella im Sommer und Herbst 1944 beteiligt.
In elf bundesdeutschen Städten und in Hopfgarten/Österreich werden Kundgebungen, Demonstrationen und Aktionen an den unten genannten Wohnorten der Täter stattfinden, die in Italien zu lebenslanger Haft und zum Teil zu hohen Entschädigungszahlungen verurteilt wurden.

Kriegsverbrecher, verurteilt wegen des Massakers in Marzabotto:

Fritz-Heinz Träger in Duisburg-Rheinhausen
Adolf Schneider in Nürnberg
Max Schneider in Berlin
Paul Albers in Saarbrücken
Kurt Spieler in Wurzen
Max Roithmeier in Eurasburg
Hubert Bichler in Hopfgarten (Österreich)

Kriegsverbrecher, verurteilt wegen des Massakers in Civitella:

Max Mildes in Bremen

Kriegsverbrecher, verurteilt wegen des Massakers in Sant’ Anna di Stazzema:

Gerhard Sommer in Hamburg
Afred Cocina in Freiberg

Kriegsverbrecher, verurteilt wegen der Ermordung von 10 Menschen in Branzolino und San Tomè:

Heinrich Nordhorn in Greven bei Münster

Kriegsverbrecher, verurteilt wegen Massaker in der Toskana:

Josef Scheungraber in Ottobrunn

Die Massaker und die hierfür Verantwortlichen sind nicht vergessen. Wir fordern eine gesellschaftliche Auseinandersetzung mit den Verbrechen und unterstützen die Überlebenden und die Angehörigen der Ermordeten in ihrem Kampf um Anerkennung des begangenen Unrechts.

Regional werden am 1. Dezember 2007 Flugblätter verteilt, Kundgebungen und Demonstrationen veranstaltet in:

Berlin um 9 Uhr, Treffpunkt: Brunnenstr. Ecke Rheinsberger Straße

Duisburg-Rheinhausen um 11 Uhr, Treffpunkt: Friedrich-Alfred-/Ecke Franz-Schubert-Straße

Greven bei Münster

Nürnberg, Infostand in der Stadt

Saarbrücken um 13:30 Uhr, Kundgebung vor der Johanniskirche
Wurzen

Freiberg

Eurasburg

Bremen

Hamburg um 11.00 – 13.00 Uhr, Kundgebung in Hamburg-Volksdorf, Treffpunkt: Anfang der Fußgängerzone/Weiße Rose (5 Gehminuten von der U-Bahn Volksdorf)

Ottobrunn

Hopfgarten/Österreich um 10:00 Uhr, Kundgebung, Treffpunkt Marktplatz

Für weitere wenden Sie sich an keine.ruhe[ät]gmx.net und http://www.keine-ruhe.org

Berichte von den Aktionstagen


Hier findet Ihr Berichte, Pressespiegel und Aufrufe zu den lokalen Aktionen an den bisher drei Aktionstagen:

Aktuell die
Aufrufe und Termine zum Aktionstag am 1. Dezember 2007


Ältere Berichte:

Der erste Aktionstag fand am 6. Mai 2006 statt:
Berichte vom ersten Aktionstag Mai 2006


Am 9. Dezember 2006 (und verspätet am 16. in Hamburg) fanden einige Besuche bei Concina (Freiberg), Richter (Krefeld) und Sommer (Hamburg) statt - nachdem alle drei im Juni verurteilt worden waren:
Ein Bericht zu den Besuchen im Dezember 2006

Antifaschisten fordern Anklageerhebung gegen den ehemaligen SS-Untersturmführer Gerhard Sommer.

Am Samstag, den 16. Dezember 2006, besuchte eine kleine Gruppe von Antifaschisten das Seniorenheim am Lerchenberg in Hamburg-Volksdorf. Der wegen des Massakers von Sant 'Anna verurteilte Gerhard Sommer lebt bekanntermaßen dort. In der Wohnanlage wurde ein Flugblatt in die etwa 50 Briefkästen verteilt. Der ehemalige SS-Offizier Gerhard Sommer wurde zusammen mit neun weiteren Angeklagten am 22. Juni 2005 in Italien wegen Mordes an 560 Zivilisten in dem italienischen Bergdorf Sant 'Anna di Stazzema zu lebenslanger Haft verurteilt.

30.10.2006: Zu Besuch beim NS-Mörder Heinrich Boere in Eschweiler, Seniorenresidenz „Pro Seniore“ Oedilienstrasse

Quelle: http://indymedia.nl/nl/2006/10/39980.shtml

Pressemitteilung: 30.10.2006 Eschweiler - AK NS-Mörder bestrafen!

35 AntifaschistInnen demonstrierten am Abend des 29. Oktober 2006 im Speisesaal der Seniorenresidenz.

Seit März 2006 lebt hier der NS-Kriegsverbrecher Heinrich Boere.
Auf dem mitgebrachten Transparent stand zu lesen: Nazimorde verjähren nicht! Wir fordern die Bestrafung des NS-Mörders Heinrich Boere!
Um die anderen anwesenden Senioren nicht zu verschrecken, traten die DemonstrantInnen als Chor auf und haben zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus das Moorsoldaten-Lied vorgetragen. Es wurden zahlreiche Flugblätter verteilt (siehe unten).

Da die deutsche Justiz die Silbertannenmorde für legitime Repressalien hält, fordern wir die Überstellung von Heinrich Boere in die Niederlande. Der Euro-Haftbefehl gilt auch für Nazimörder.

Weitere Aktionen werden folgen…

Hintergrundinformationen: >>>

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